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Veste Coburg

Auf einer Höhe von 464 Metern über dem Meeresspiegel und 167 m über der Stadt trohnt das Wahrzeichen Coburgs - die Veste. Dieses Dokument gibt einen Überblick über die Entstehung und den Bau der Burg, sowie Geschichten rund um die Burganlage.

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Erste urkundliche Erwähnung

Veste Coburg
 

Bereits in der Mitte des 11. Jahrhunderts (1056) wird der Name Koburk erstmals in einer Schenkungsurkunde erwähnt. Racheza, eine Polenkönigin, vermacht in diesem Dokument unter anderem ihre Coburger Güter an den Bischof Hermann von Köln, ihren Bruder.

1126 ist in einer Papstbulle der Begriff "mons coburg" enthalten. Das deutet eventuell auf eine erste lockere Befestigung des Verwaltungs- sitzes hin. Untermauert wird diese Vermutung durch archäologische Funde, die bei einer Teiluntersuchung des westlichen Burghofes im Jahr 1990 erfolgte. Im Anschluss an die Untersuchung konnte auf einen Ort geschlossen werden, der vom späten 11. bis in das 13. Jahrhundert sakralen Ritualen diente.

Im Jahr 1225 wird schließlich zum ersten Mal der Begriff "sloss" in einer Urkunde gefunden. Gestützt wird dieser Fund durch Steinmetzzeichen als auch durch Quadersteine, die sich in der Burganlage finden.

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Ausbaubeginn der Burganlage

1384 widersetzte sich die Veste Coburg erfolgreich den Belagerungen durch Apel Fuchs, Anton von Bibra und den Schaumburgern. Der anschließend begonnene Ausbau der Burganlagen konnte aufgrund der zu leistenden Reparationszahlungen vorangetrieben werden.

Ab dem 15. Jahrhundert stehen verlässliche Bauinformationen zur Verfügung. Es wird davon ausgegangen, dass der Zugang zur Burganlage zu diesem Zeitpunkt noch vom westlich gelegenen Blauen Turm aus erfolgte. Er existiert heute noch als ältestes erhaltenes Bauwerk.

In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts wurde die hoch mittelalter- liche Burganlage (Kernbauten: Blauer Turm, Bergfried, Kemenate) um das Hohe Haus erweitert. Dieses Gebäude fand später Verwendung als Zeughaus.

1485 geht die Veste Coburg mit den thüringischen Besitzungen in den ernestinischen Besitz über. Nur wenige Jahr später (1499) zerstört ein Brand Kapelle, Palas und Kemenate. Im Zuge des Wiederaufbaus entsteht im oberen Geschoss der Kemenate die noch heute existierende Grosse Hofstube.

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Berühmte Persönlichkeiten auf der Veste

In den Jahren 1508 und 1509 weilt der Maler Lucas Cranach mehrfach auf der Veste Coburg. Während seiner Aufenthalte entstehen zahlreiche Graphiken und Malereien.

Die Verlagerung der landesherrlichen Residenz in die Ehrenburg und einschneidende Veränderungen in der Kriegsführung waren Anlass, die bestehende Burganlage in eine Landesfestung umzufunktionieren. Hierdurch bedingt entstanden beispielsweise die grosse Zisterne im Westhof oder die hohe Bastei im Osten der Anlage.

Zu dieser Zeit war auch Martin Luther Gast auf der Veste Coburg (13. April bis 5. Oktober 1530). Der unter päpstlichen Bann und Reichsacht stehende bedeutende Reformator genoss während des parallel stattfinden Augsburger Reichstages den Schutz der Veste. Heute erinnert noch ein Steinrelief an den Besuch Luthers auf der Burganlage.

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Kriege und Belagerungen

Anfang des 17. Jahrhunderts erlebt die Veste Coburg die Hochphase ihrer Bewaffnung. Laut dem Inventar von 1604 befinden sich 44 Geschütze, 1187 Handfeuerwaffen, 5299 Geschützkugeln, 41291 Gewehrkugeln und 514 Granaten hinter den Mauern der Burg. Sicherlich ist dies ein Garant dafür, dass während des 30-jährigen Krieges zwei Belagerungen durch kaiserliche und bayerische Truppen unter Wallenstein erfolglos waren.

Im ausklingenden 18. und zu Beginn des 19. Jahrhunderts schwindet die militärische Bedeutung der Veste. Die Truppen werden abgezogen, Reste des Festungswalls eingeebnet und ab 1782 dient das Hohe Haus sogar als Zuchthaus.

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Neu- und Umbauten

Erst mit Herzog Ernst I. von Sachsen-Coburg und Gotha beginnt für die mittelalterliche Burganlage eine neue Phase. Der berühmte Nürnberger Architekt Karl Alexander von Heidelhoff wird engagiert, um die Veste in einem neuen Gewand erscheinen zu lassen. Es wird die Kapelle abgerissen und in neugotischem Stil wiedererrichtet. Außerdem wird der südliche Eingang durch einen hohen und mächtigen Turm ergänzt. Am Ende dieser Umbauten (1860) ist aus der mittelalterlichen Festung eine romantische Burgenkulisse mit zahlreichen Türmen, Erkern und Zinnen entstanden.

Diese Änderungen waren jedoch nicht von langer Dauer. Bereits 1906 ließ der letzte regierende Herzog Carl Eduard von Sachsen-Coburg und Gotha die baulichen Veränderungen von Karl Alexander von Heidelhoff wieder entfernen. Hierfür wurde der Berliner Burgenforscher und Architekt Bodo Ebhardt beauftragt. Ziel war es, die Veste in den historischen Vorzustand zu versetzen. Da die verfügbaren Abbildungen jedoch nicht ausreichten, entstanden unter der Leitung Bodo Ebhardts der Rote Turm, die Burgschänke oder das Gästehaus.

1945, zu Ende des Zweiten Weltkrieges, wurde die Veste Coburg stark beschädigt. Bereits im Jahr 1946 wurde die Instantsetzung unter der Leitung der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen der Burg begonnen und bis heute weitergeführt.

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Kunstsammlungen

Auf der Burganlage sind die Kunstsammlungen der Veste Coburg untergebracht. Sie bestehen aus zwei Dauerausstellungen:

  • Kunstsammlungen
  • Modernes Glas

sowie aus Sonderausstellungen, deren Termine gesondert bekannt gegeben werden

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Foto: aboutpixel.de | pixeltraeume
 
Aktualisiert: 02. Februar 2008
Quaese, 2005